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Kinderversorgung in Düsseldorf

| Aktuelles Archiv
Jugendamtsleiter Horn mit Mitgliedern des AK

AK Schule/Jugend/Soziales
„Kinderversorgung in Düsseldorf“

Jugendamtsleiter Johannes Horn war zu Gast beim FDP-Arbeitskreis Schule/Jugend/Soziales um über die „Kinderversorgung in Düsseldorf“ zu informieren.

Nachdem sich der Arbeitskreis Schule/Jugend/Soziales im Monat März traf, um sich „aus erster Hand“ über das „Dormagener Modell“ der frühkindlichen Erziehung und Armutsprävention bei Kindern und Jugendlichen zu informieren,  fand am 17.07. eine Folgeveranstaltung mit der Überschrift „Kinderversorgung in Düsseldorf“ statt. Als Gast durfte der Arbeitskreis Johannes Horn, seines Zeichens Jugendamtsleiter der Stadt Düsseldorf, begrüßen. Im Mittelpunkt dieses Treffens standen die Fragen, was die Stadt Düsseldorf unternimmt, um das Kindeswohl ausreichend zu fördern und die Armut bei Kindern und Jugendlichen zu bekämpfen. Welche Projekte und Maßnahmen haben sich hierbei besonders ausgezeichnet und was könnte und müsste die Stadt für die Zukunft tun, um die Kindeswohlförderung weiter zu verbessern.

Zu Beginn seiner Ausführung wies der Amtsleiter darauf hin, dass die Stadt Düsseldorf im Vergleich zu vielen anderen Großstädten, sowohl was die finanziellen Möglichkeiten als auch die Zahl der sozialen Maßnahmen im Bereich der Kindeswohlförderung betrifft, insgesamt sehr gut aufgestellt ist. Hierbei setzt die Stadt Düsseldorf auf eine größtmögliche Vielfalt von Einrichtungen, um die Erziehung und Bildung von Kindern bestmöglich zu fördern. Dabei findet ein reger Austausch mit den Eltern statt, um zu erfahren, welche Bedürfnisse vorhanden sind und wie man sie am besten decken kann. Andererseits dient dieser Austausch auch zur Informationsweitergabe. So besuchen sehr viele Eltern (aus allen sozialen Schichten) die von der Stadt organisierten Infostände, um sich ein genaueres Bild des städtischen Angebots der Kindeswohlförderung zu machen. Neben der hohen Anzahl von Kindern, die das breitgefächerte Angebot von Kindergärten besuchen (Auslastung liegt bei 98,9%), unterhält die Stadt 70 Freizeiteinrichtungen, die täglich von 5000 Jugendlichen aufgesucht werden. Aber auch bei der Frage der Versorgung mit „Kitaplätzen“ steht die Stadt schon sehr gut da. Mehr Abhilfe soll dabei das sog. Investorenmodell schaffen. Unternehmen vor Ort werden in die Bedürfnisplanung einbezogen und sollen dazu bewogen werden, Betriebskitas auf ihrem Firmengelände zu bauen, um den Bedarf für die in ihren Unternehmen beschäftigten Eltern abzudecken.

In diesem Zusammenhang wurde auch der „Kita-Navigator“ genannt. Mit dem „Kita-Navigator“ hat die Stadt Düsseldorf  bundesweit Aufmerksamkeit erlangt. Es handelt sich hierbei um ein von der Stadt entwickeltes Online-Tool, wo sich Eltern über alle Kitas in Düsseldorf informieren und gleichzeitig einen Platz in einer oder mehreren Einrichtungen vormerken lassen können. Andererseits zeigen die Vormerkungen im „Kita-Navigator“, wo noch Plätze fehlen bzw. wo es zu einer Überlastung kommt, und welche Betreuungszeiten in welchen Stadtbezirken angeboten werden sollen.

Einen besonderen Wert legt der Amtsleiter auf die gute Vernetzung verschiedener Bildungseinrichtungen untereinander. Vor allem die Schnittstelle zwischen Kitas und Grundschulen wird in Düsseldorf besonders gepflegt. So werden in vielen Kitas und Grundschulen gegenseitige Hospitationen durchgeführt, um einen wechselseitigen Einblick in den Alltag der Bildungseinrichtungen zu erhalten und die Kinder in der jeweiligen Institutionen zu erleben. Das gleiche gilt auch für das Fachpersonal. Ferner bilden die in Düsseldorf zahlreich vorhandenen Familienzentren eine Schnittstelle von Begegnung, Zusammenarbeit und interkulturellen Austauschs.

Auf die Frage, was die Stadt Düsseldorf für die Zukunft noch besser machen sollte, bezog Amtsleiter Horn eine klare Position. Zum einen müsste der Elternbesuchsdienst ausgeweitet werden. In diesem Zusammenhang findet Horn das „Dormagener Modell“ ausgesprochen interessant. Mit dem „Dormagener Modell“ betreibt die Stadt Dormagen den ambitionierten Versuch, alle Familien von Neugeborenen zu besuchen und bei Bedarf über einen längeren Zeitraum zu betreuen. Dieser Ansatz wird in Düsseldorf mit dem Elternbesuchsdienst schon in Teilen verfolgt, könnte aber noch weiter ausgeweitet und intensiviert werden. Zum anderen sieht er im Kita-Personal weiteren Handlungsbedarf. Hier müssten anstatt wie bisher mehr klassisch ausgebildete Sozialpädagogen eingesetzt werden, um neben den in der überwiegenden Mehrheit bereits beschäftigten Erziehern eine weitere, im sozialen Bereich ausgebildete Berufsgruppe einzusetzen. Hiermit soll eine bessere „Durchmischung“ und Ausgewogenheit hergestellt werden. Zudem plädiert Horn, dass die zahlreich in Düsseldorf vorhandenen Jugendfreizeiteinrichtungen auch außerhalb von Werktagen geöffnet sein sollten, damit das vielfältige Angebot auch am Samstag und Sonntag genutzt werden kann. Er findet es geradezu skandalös, dass ausgerechnet an diesen Tagen diese Freizeiteinrichtungen geschlossen bleiben. Und zu guter Letzt sollten auch die bilingualen Einrichtungen stärker gefördert werden. Im Unterricht sollten noch stärker wie bisher auch Sprachen wie Russisch, Türkisch oder Brasilianisch Berücksichtigung finden.



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