Sommerinterview: Auf ein Alt... mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann
Liebe Marie-Agnes Strack-Zimmermann, welches Bier würden Sie trinken, wenn es kein Alt gäbe?
Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Kein leckeres Alt? Dann würde ich direkt auf meinen Lieblingswein, einen Barolo, umsteigen.
Und was essen Sie am liebsten zum Alt?
Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Einen klassischen Speckpfannekuchen.
Seit fast einem Jahr vertreten Sie die FDP als Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Was waren die prägendsten Ereignisse in dieser Zeit?
Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Das prägendste Ereignis war sicher, dass ich direkt nach meiner Wahl in den Bundestag als Teil des Verhandlungsteams an den Sondierungsgesprächen zu einer Jamaika-Koalition teilnehmen durfte. Kaum das Comeback geschafft, wurden wir schon ins kalte Wasser geworfen und mussten uns tief in die Verhandlungsinhalte einarbeiten. Ich habe in meinem Leben immer viel und gerne gearbeitet, aber die dortigen Nachtsitzungen und der Verhandlungsmarathon waren schon ein besonderes und kräftezehrendes Erlebnis, auch wenn es am Ende leider nicht gereicht hat. Aber unsere Überzeugungen waren uns wichtiger als eine erneute Selbstaufgabe wie in der jüngeren Vergangenheit. Eins haben mir aber noch einmal deutlich gezeigt: Auch andere Spitzenpolitiker kochen nur mit Wasser. Wenn man sich die Nächte mit der Bundesregierung um die Ohren schlägt, ist jeder gleich matt.
Dazu kamen natürlich noch die vielen Verwaltungshürden und der Büroumzug. Ich hatte Glück, dass ich mein Team von Anfang an zusammen hatte. Wenn man das erste Mal im Bundestag ist, wundert man sich doch, wie altmodisch das deutsche Parlament manchmal ist. Ohne Fax und Karteikarten geht in manchen Verwaltungsprozessen nichts.
Als verteidigungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion haben Sie die Bundeswehr an den Krisenherden dieser Welt besucht. Welche Erfahrungen haben Sie dort gewonnen?
Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Mit der Verteidigungspolitik darf ich neben der Kommunalpolitik mein absolutes Herzensthema bearbeiten. Unsere Soldatinnen und Soldaten machen unter teils gefährlichsten Umständen einen großartigen Job, um unsere Freiheit und unseren Wohlstand zu sichern. Das hat mir wahnsinnig imponiert. Sie bräuchten für Ihren Einsatz einen viel größeren Respekt aus der Zivilgesellschaft. Dazu kommen unhaltbare Zustände bei Material und Beschaffung. Ich will daran mitarbeiten, dass die Bundeswehr wieder modernisiert wird. Leider verzettelt sich die Bundesregierung beim Etat in kleinkarierten Streitigkeiten und verhindert so eine notwendige Modernisierung.
Ihre Einschätzung: Glauben Sie dass die GroKo bis zum Ende der Legislatur im Jahr 2021 hält?
Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Mehr schlecht als recht, aber sie wird halten. Auch wenn sie in der Vergangenheit stark gewackelt hat: Ihre Kanzlerschaft wird sich Angela Merkel nicht nehmen lassen. Dafür ist sie eine zu gewiefte Machtpolitikerin.
Zu guter Letzt: Wie entspannen Sie in der parlamentarischen Sommerpause vom Politikbetrieb in Berlin?
Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Mit meiner Familie, meinem Motorrad und in der Sonne meines Lieblingslandes Griechenland.
Frau Strack-Zimmermann, wir danken Ihnen für dieses Gespräch und wünschen Ihnen erholsame Tage in Griechenland!
Das Interview führte Mirko Rohloff ![]()
Über Marie-Agnes Strack-Zimmermann:
Alter: 60 Jahre
Wohnort: Düsseldorf Carlstadt
Familienstand: verheiratet, 3 erwachsene Kinder, 2 Enkelkinder
Beruf: 20 Jahre (bis 2008, Wahl zur 1. Bürgermeisterin) im Vertrieb des Tessloff Verlages, Nürnberg
Ausbildung/Studium: Studium der Publizistik, Politik und Germanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), München
Mitgliedschaften: Fortuna Düsseldorf
Webseite: www.strackzimmermann.de