Landtagswahl-Wahlabend im Riva

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Ein Trostpreis ist laut Wikipedia ein symbolischer Preis, den nicht der Sieger, sondern der Verlierer eines Spieles oder Wettkampfes erhält. Seine Vergabe soll den Verlierer trösten und ihn dazu ermutigen, bei einem nächsten Wettbewerb wieder mit dabei zu sein. Und als Trostpreis muss einigen auch das knappe Verbleiben der FDP-Fraktion im neuen Landtag von Nordrhein-Westfalen nach einem bedrückenden Wahlabend am 15. Mai 2022 im Riva im Medienhafen vorgekommen sein. Aber von Anfang an:

In der Regel erhalten die Parteispitzen und Journalisten bereits am frühen Nachmittag erste Prognosen zu den Wahlergebnissen aus Nachwahlbefragungen. Dabei werden am Tag der Wahl Wählerinnen und Wähler beim Verlassen des Wahllokals durch Interviewer nach ihrer Stimmabgabe befragt. Die ersten Ergebnisse dieser Befragungen stimmten an jenem Sonntag noch hoffnungsvoll. Um 14:00 Uhr meldete etwa Infratest noch 9% für die Freien Demokraten. Als die ersten Gäste um 17:30 Uhr auf der Wahlparty im Medienhafen eintrafen – der Düsseldorfer Kreisverband war sehr gut vertreten – war die Stimmung zunächst noch erwartungsvoll gespannt. Zwar wurde allgemein mit einem Verlust an Stimmen gerechnet. Das ist allerdings erfahrungsgemäß für eine Regierungspartei nicht ungewöhnlich – zumal nach dem hervorragenden Ergebnis der letzten Landtagswahl. Mit der Veröffentlichung der Prognose um 18:00 Uhr und den darauf folgenden Hochrechnungen änderte sich die Stimmung schlagartig. Für viele in der FDP war das Abschneiden bei der Landtagswahl mit – am Ende 5,9% und 12 Sitzen – niederschmetternd. Die Bilder aus dem Riva von enttäuschten FDP-Mitgliedern gingen durch alle Fernsehsender.

Christian Lindner nannte das Ergebnis eine „desaströse Niederlage“. Der Generalsekretär der NRW-FDP, Moritz Körner, kommentierte: „Das Wahlergebnis bei der Landtagswahl am vergangenen Sonntag ist für uns alle eine schwere Niederlage und herbe Enttäuschung. Obwohl wir alles gegeben haben, haben wir unsere Ziele am Ende deutlich nicht erreichen können.“ Landesvorsitzender Joachim Stamp sprach zu den FDP-Anhängern im Medienhafen auf der kleinen Bühne. Am nächsten Tag in Berlin erklärte er: „Wir sind jetzt in einer Situation, wo wir prüfen müssen, wie wir auch unsere Kommunikation noch einmal verbessern, wie wir es, wie es uns zukünftig gelingt, dann auch anders zu mobilisieren.“ Erste Einschätzungen gaben auch „einfache“ Parteimitglieder den Medienvertretern vor Ort.

Im weiteren Verlauf ging es für die Anwesenden, die sich vielfach in den Wahlkampf eingebracht hatten, darum, das Ergebnis zu verdauen. Der Blick richtete sich aber auch auf die Zukunft: Mit der Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die nach zweimaligem Tagen ihre Arbeit auf einem Landeshauptausschuss für beendet erklärt, wird es nicht getan sein. Andernfalls wird der Trostpreis nicht zum Ansporn für die nächste Wahl.

Autor: Matthias Lambert 

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