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Spannender Auftakt: Hendrik Streeck bei den Benrather Schlossufergesprächen

| Aktuelles

Die Benrather Schlossufergespräche – eine neue Veranstaltungsreihe des OV Süd nach Vorschlag von Bettina Wanner – sind mit einer Auftaktveranstaltung am 27. September gestartet. Zu Gast war der Bonner Virologe und Universitätsprofessor Hendrik Streeck, der in Düsseldorf gelebt und studiert hat und deshalb gern in die Landeshauptstadt kam.

Doch vor dem Auftritt des bekannten Forschers rückte – nach einer Einführung von Frank Weyers, neuer Leiter des Landesbüros NRW der Friedrich-Naumann-Stiftung – zunächst ein anderes Thema in den Vordergrund. Laura Litzius, Vorsitzende der Jungen Liberalen Düsseldorf und Mitglied im Düsseldorfer Ausschuss für Gesundheit und Soziales, sprach über ihre Erfahrungen als Krankenschwester während der Pandemie – eine dramatische Schilderung zu Berufsalltag und Personalmangel in der Pflege. Litzius vermittelte einen ernüchterten Eindruck von einem überforderten Gesundheitswesen, das während der zweiten Welle nur mit der Unterstützung der Bundeswehr aufrecht erhalten werden konnte.

Hendrik Streeck nahm diesen Punkt des Mangels an Pflegekräften zu Beginn seines Vortrags auf und bestätigte die Eindrücke von Litzius. Er forderte, dass die Politik sich mehr auf die Pflege konzentrieren müsse. Der Bonner Virologe sprach dann über das jüngst verabschiedete Infektionsschutzgesetz  (IfSG) und hob hervor, dass das Gesetz für alle erkennbar ein Kompromiss geworden sei, der an einigen Stellen nicht kohärent gelungen sei: Bahn oder Flugzeug – FFP2 oder chirurgische Masken.

Dennoch war der Ton des Vortrags von Streeck keinesfalls pessimistisch. Mit Blick auf den Winter war der Virologe optimistisch und verwies darauf, dass gute Fortschritte erzielt worden sind. Zur Vorbereitung für den Winter forderte er unter anderem ein Abwassermonitoring, denn Menschen scheiden Virenbestandteile schon sieben Tage vor den ersten Symptomen aus. Im Moment sei Corona eine Zufallsdiagnose, Patienten kämen aus anderen Gründen ins Krankenhaus. Trotz der Kritik an den Impfstoffen hält der Wissenschaftler es auch weiterhin für richtig, in angepasste Impfstoffe zu investieren, auch wenn man derzeit noch nicht wisse, wie gut oder wie viel besser diese wirken. Inständig warb er dafür, dass vulnerable Gruppen eine Booster-Impfung in Anspruch nehmen.

Er gab den Publikum mit, dass mit einer Antiköprerquote von 95 % das Ziel erreicht worden sei, das immer gefordert wurde, um die Corona-Maßnahmen aufheben zu können. Wie Immunität erreicht werde, könne dahingestellt bleiben, entscheidend sei eine Grundimmunität in der Bevölkerung.

Streeck schloss seinen Vortrag  mit einem Appell zur Aufarbeitung und Versöhnung: Nur mit Ehrlichkeit erreiche man Vertrauen. Geschichtsklitterung würde nicht helfen, um die entstandene Spaltung in der Gesellschaft zu heilen.

Mit einem Umtrunk endete die erste Veranstaltung im Benrather Ruderclub, die auch von Daria Jablonowska für die Friedrich-Naumann-Stiftung und Max Schade als Fotograf unterstützt wurde.

Matthias Lambert

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