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Drei Fragen an Christiane Boventer

| Aktuelles

Christiane Boventer ist seit 5 Jahren Mitglied der FDP und war 2020/21 Beisitzer im Vorstand des Ortsverbandes 7 Gerresheim, Ludenberg, Grafenberg, Knittkuhl und Hubbelrath. Sie hat in Düsseldorf Europäische Betriebswissenschaften studiert und lebt nach Auslandsaufenthalten in Wien, Zürich, Genf, Bukarest und Tokio seit 13 Jahren mit ihrem Mann und ihren Zwillingstöchtern in Ludenberg. Sie hat 20 Jahre in führenden Positionen im Marketing bei multinationalen Großkonzernen gearbeitet und unterstützt mittelständische Firmen und Start Ups in der Pharmaindustrie. Ein Projekt war hierbei die Vermarktung von medizinischem Cannabis in Deutschland, weshalb sie auch Gast bei der letzten Sitzung des Arbeitskreises "Gesundheit“ zum Thema Suchtprävention war.

Frau Boventer, Sie sind seit einiger Zeit bei den Freien Demokraten aktiv. Wie sind Sie zu den Freien Demokraten gekommen?

Ich bin schon früher Mitglied der FDP gewesen, weil ich den liberalen Freiheitsgedanken und das selbstbestimmte und unkompliziertere Leben mag. Die Modernisierung des Staates, die Digitalisierung insbesondere in den Schulen, eine State of the Art-Gesundheitspolitik und die freiere Wirtschaftspolitik gefielen mir. Doch wusste ich damals nicht, wie ich mich einbringen sollte und konnte, und bin wieder ausgetreten. Bis ich meine damalige Nachbarin und heute Freundin Dr. Christine Rachner, Ratsfrau in Düsseldorf, kennenlernte. Sie faszinierte mich für Lokalpolitik, so unterstützte ich sie als Wahlhelferin und die Gespräche mit Mitbürgern in unserem Wahlkreis fand ich sehr bereichernd. Insbesondere in der lokalen Verkehrs- und Baupolitik gibt es viel zu tun. So kam es, dass ich Beisitzer im Ortsverband wurde, was ich dann in der nächsten Wahlperiode aus zeitlichen Gründen leider aufgeben musste. Dennoch bringe ich mich auch heute gerne in die FDP ein.

Wenn Sie einen Tag lang Bundeskanzler Deutschlands wären, welches Thema würden Sie sofort regeln?

Zurzeit wäre ich lieber ungern Bundeskanzlerin; ich glaube, da gibt es viele Baustellen. Lassen Sie uns doch auch aufgrund meiner beruflichen Erfahrung in den letzten Monaten die Legalisierung von Cannabis ins Auge fassen.

Im Rahmen der Legalisierung bedarf es einer klaren Abgrenzung der Bereiche Cannabis als Medizin und Cannabis als Genussmittel. Cannabis wird in der Medizin seit 2017 (Gesetz Cannabis als Medizin) vermehrt in den Bereichen Schmerzmedizin, Neurologie und der Onkologie eingesetzt. Das deutsche Erstattungsmodell durch die Krankenkassen hat m.E.  international Vorreiterstatus. Dennoch werden nur 60% der Anträge durch die Krankenkassen genehmigt, wodurch viele Patienten Selbstzahler werden. Deshalb sollte Cannabis aus der BtM (Betäubungsmittel)pflicht genommen werden und das Genehmigungsverfahren der Krankenkassen (derzeit bis zu 5 Wochen) vereinfacht werden. (Überarbeitung des bestehenden Cannabis als Medizin Gesetzes)

Der Bedarf an Freizeitcannabis ist um ein Vielfaches größer als der medizinische Bereich. Laut einer Studie belief dieser sich in 2021 auf 400 Tonnen. Für den Genussmittelbereich benötigen wir ein eigenständiges Gesetz, Jugend- und, Verbraucherschutz aber auch Kriminalitätsprävention und entsprechende Aufklärungskampagnen. Die Förderung des Standortes Deutschland sollte ins Auge gefasst werden, da aufgrund der geltenden UN Konvention die Notwendigkeit besteht, Cannabis in Deutschland zu produzieren. Gerade in der Anfangsphase kann es hier wegen der benötigten Menge zu Engpässen kommen. Dies zeigen auch Erfahrungen aus anderen Ländern, weshalb vorübergehend über Importmöglichkeiten nachgedacht werden sollte. Die Lizensierung von Fachgeschäften sollte bundeseinheitlich geregelt (und immer wieder überprüft) werden. Apotheken sollten dabei mit in Betracht gezogen werden. Der Preis muss mit dem Schwarzmarkt konkurrenzfähig sein. Auch muss hier eine sinnvolle Besteuerung geschaffen werden.

In naher Zukunft muss auf die Reaktion in Brüssel auf das Eckpunktpapier abgewartet und eine vorsichtige Liberalisierung unter Auflagen sollte erreicht werden.

Wenn Sie nicht gerade arbeiten oder sich politisch betätigen, an welchem Ort in Düsseldorf können Sie gut Zeit verbringen?

Das ist ganz unterschiedlich. Ich mag es, in den grünen Gebieten von Ludenberg zu joggen, Fahrrad zu fahren oder einfach nur zum Entspannen in der Natur spazieren zu gehen. Einkaufen auf dem Gerresheimer Markt und auf der Benderstraße gehören für mich zu den schönen Seiten unseres Stadtteils.  Aufgrund meiner Auslandsaufenthalte genieße ich die Internationalität von Düsseldorf – allem voran natürlich das japanische Viertel um die Immermannstraße und das alljährliche Japanfest darf auf der Agenda nicht fehlen. Ich schätze an Düsseldorf die Mischung aus lokalem und internationalem Flair.

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