Die Sicht auf die Dinge von Michael G. Meyer: Die FDP muß sich für die Königsallee einsetzen

Eine solche Forderung klingt profan. Sie ist aber mehr als nötig. CDU und Grüne tun es nicht!! Die Kö war historisch immer ein Luxus-Boulevard und ist es auch heute. Die Kö ist einer der wichtigsten Imagefaktoren für die Stadt Düsseldorf mit Leuchtturmcharakter der sonst fehlt. Das belegen zahlreiche Untersuchungen. Was heißt das für Politik, Verwaltung, Stadtmarketing? Wer diese Positionierung in Frage stellt, oder gar gegen sie arbeitet, handelt gegen Wachstum, Arbeitsplätze und Gewerbesteuer-Einnahmen. Letztlich gegen den Status und Wohlstand der Stadt.
Was macht die Koalition aus CDU und Grünen? Verräterische Antwort gibt der Koalitionsvertrag: Die Kö wird nur einmal erwähnt. Nicht etwa bei Wirtschaft und Stadtentwicklung sondern (Zitat) „die Kö hat zentrale Bedeutung für den Radverkehr“. Entsprechend teilt man sich die Zuständigkeit für das Thema Kö: Grün ist für das Thema Kö zuständig, Wirtschaft = CDU kommt für die Kö nicht vor. Und unser OB findet das völlig in Ordnung.
Das eröffnet zwei Problemaspekte:
- Versteht die Koalition die Königsallee?
Versteht sie den wichtigen Aspekt Luxus, Luxusprodukte? Versteht sie den Charakter Luxus-Boulevard und die Einzigartigkeit in Europa? Ist die Kö ein „Place to be“? Versteht sie die wichtigsten Zielgruppen und Quellmärkte? Oder ist Luxus ideologisch nicht erwünscht? Die Verwaltung und der OB berufen sich auf eine Bürgerbefragung (2021), die sich für viele Dinge ausgesprochen haben: „Der Bürger will....“ Wer ist der Bürger? Wurden die Akteure der Kö befragt? Leider hat das nichts zu tun mit den Bedürfnissen der Kö-Unternehmen für Fortbestand und Überleben! Wer 35.000,-€ p.m. für weniger als 200 qm bezahlen muss, hat Druck aus den Premium-Zentralen und hat Ansprüche. Wer sich damit nicht auseinandersetzt, gefährdet die Existenz dieser Institution. (z.B. Sicherheit, Standortqualität, Erreichbarkeit). Was tut die Stadt für die Einzigartigkeit der Aufenthaltsqualität, hochwertiger Look des Boulevards, besondere qualitative Aktivitäten und Luxus-Events die die Kö unique machen (nicht me too)? Entsprechend der neuen Strategie „Event City“ der Stadt (Düsseldorf Marketing, Visit Düsseldorf).
- Königsallee und Verkehr
Ein essentieller Faktor ist das Verständnis der Zielgruppe und deren Erwartungshaltung. Der Städtetourist kommt zu fast 70% mit dem Auto (div. Studien). Und, lobt man die Kö demnächst gegenüber Millionären aus Dubai, New York, Shanghai aus mit dem Aspekt „wir haben eine tolle Fahrradstrasse und -Stellplätze“? Was heißt Luxus und Luxusempfinden auch für das Thema Verkehr, An- und Abreise, reibungsloser stressfreier Zugang und Sicherheit? Deshalb empfehle ich, dass die FDP Vorschläge macht für Lösungen wie Chauffeur Logik, Valet Parking, Drop-on/Drop-off Zonen, elegant geschützte Ausstiege, Autofreundlicher Fahrradverkehr, um nur einiges zu nennen. Auch Tests solcher Konzepte statt einseitiger törichter Corneliusplatz-Lösungen. Wichtig ist die Beantwortung der Frage:“Was ist wichtig für die Kö?“ Düsseldorf ist nicht Münster und Copenhagen ist kein Beispiel für einen Luxus-Boulevard wie die Kö. Und der ADFC ist nicht die Kernzielgruppe der KÖ! Wichtige Aspekte für die Position der FDP. Es bleibt hinreichend Platz für kreative ökologische Gesamtlösungen, der sich die FDP ja auch verpflichtet fühlt und Vorschläge hat.
Dipl.Kfm. Michael G. Meyer, Dozent für Destinationsmanagement, IST Hochschule für Management und Präsident SKÅL International Düsseldorf und Region, globaler Wirtschaftsclub der Leitenden im Tourismus