Erinnern. Gedenken. Haltung zeigen.
Der 7. Oktober 2023 hat sich tief in das Gedächtnis Israels und der jüdischen Gemeinschaft weltweit eingebrannt. An diesem Tag griffen Hamas und weitere bewaffnete palästinensische Gruppen Israel an. Mehr als 1.200 Menschen wurden getötet, hunderte weitere verletzt und 251 Menschen als Geiseln nach Gaza verschleppt. Unter den Opfern waren zahlreiche Zivilistinnen und Zivilisten.
Es war ein Tag des Terrors, der für viele Menschen eine bis heute andauernde Zäsur bedeutet. Für die Angehörigen der Ermordeten, für die Familien der Geiseln und für die Menschen in Israel ist der 7. Oktober mit persönlichem Verlust, Trauer, Angst und bis heute offenen Wunden verbunden.
Drei Jahre danach ist es deshalb wichtig, die Erinnerung wachzuhalten. Erinnern heißt, die Opfer nicht zu vergessen. Gedenken heißt, den Menschen und ihren Familien unsere Anteilnahme zu zeigen. Und Haltung zeigen heißt, daraus Konsequenzen für unser eigenes gesellschaftliches Zusammenleben zu ziehen.
Jüdisches Leben muss selbstverständlich und sicher sein
Für uns als Freie Demokratinnen und Demokraten ist klar: Jüdisches Leben gehört selbstverständlich zu Düsseldorf und zu Deutschland. Menschen müssen ihren Glauben frei leben können, ohne Angst vor Anfeindungen, Bedrohungen oder Gewalt haben zu müssen.
Dass diese Selbstverständlichkeit keineswegs garantiert ist, zeigen die aktuellen Zahlen. Der Bundesverband RIAS hat für das Jahr 2025 bundesweit 8.725 antisemitische Vorfälle dokumentiert – im Durchschnitt rund 24 Vorfälle pro Tag. Das Niveau antisemitischer Vorfälle liegt damit weiterhin deutlich über dem vor dem 7. Oktober 2023.
Auch Nordrhein-Westfalen ist davon betroffen. RIAS NRW dokumentierte für 2025 insgesamt 1.102 antisemitische Vorfälle, 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei wurden unter anderem 32 körperliche Angriffe und 33 gezielte Bedrohungen registriert.
Das sind keine abstrakten Zahlen. Hinter jedem einzelnen Vorfall stehen Menschen, die beleidigt, bedroht, angegriffen oder in ihrem Alltag eingeschränkt werden. Jüdische Menschen müssen heute teilweise wieder darüber nachdenken, ob sie eine Kippa tragen, eine israelische Fahne zeigen oder öffentlich als jüdisch erkennbar sein können.
Das dürfen wir nicht als Normalität akzeptieren.
Antisemitismus hat keinen Platz in unserer Gesellschaft. Das gilt auf der Straße ebenso wie in Schulen und Hochschulen, im politischen Raum, in sozialen Netzwerken oder im ganz normalen Alltag. Antisemitismus muss unabhängig davon benannt und zurückgewiesen werden, aus welcher politischen oder weltanschaulichen Richtung er kommt.
Solidarität darf nicht nur ein Wort sein
Gerade nach dem 7. Oktober hat sich gezeigt, wie wichtig sichtbare Solidarität ist. Die Bundesregierung hat bereits am Tag der Terrorangriffe die Gewalt gegen israelische Zivilisten als nicht zu rechtfertigenden Terror verurteilt und ihre Solidarität mit Israel erklärt.
Für uns als Düsseldorfer Liberale bedeutet Solidarität aber auch, vor Ort sichtbar zu sein. Eine freie und offene Gesellschaft lebt davon, dass Menschen nicht allein gelassen werden, wenn sie angegriffen werden. Wer jüdisches Leben schützen will, muss deshalb auch bereit sein, öffentlich für dieses Leben einzustehen.
Erinnerung und Solidarität gehören zusammen.
Wir wollen deshalb am dritten Jahrestag des 7. Oktober gemeinsam innehalten und der Menschen gedenken, die an diesem Tag ermordet wurden. Wir denken an die Geiseln und an ihre Familien. Und wir denken an all diejenigen, deren Leben seit dem 7. Oktober von Trauer, Angst und Unsicherheit geprägt ist.
Gleichzeitig wollen wir deutlich machen: Jüdisches Leben gehört zu Düsseldorf. Es ist Teil unserer Stadtgesellschaft und unserer freiheitlichen Demokratie.
Kerzenwache auf dem Burgplatz
Aus diesem Anlass lädt der Düsseldorfer FDP-Ortsverband 1(Innenstadt) am 7. Oktober 2026 zu einer Kerzenwache auf dem Burgplatz ein.
Mit einer Kerze wollen wir ein Zeichen des Gedenkens setzen. Wir wollen uns an die Opfer erinnern, den Angehörigen unser Mitgefühl ausdrücken und jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zeigen: Ihr seid nicht allein.
Die Kerzenwache soll zugleich ein sichtbares Zeichen gegen Antisemitismus sein. Denn Gedenken erschöpft sich nicht darin, zurückzublicken. Es geht auch um die Frage, in welcher Gesellschaft wir leben wollen – und welche Verantwortung wir selbst dafür übernehmen.
Wir laden daher alle Mitglieder, Freunde und Interessierten herzlich ein, gemeinsam mit uns am Burgplatz innezuhalten.
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Mittwoch, 7. Oktober 2026 19:00 Uhr Burgplatz, Düsseldorf |
Erinnern. Gedenken. Haltung zeigen.
Wir freuen uns auf Eure Teilnahme.
FDP Düsseldorf
Ortsverband 1 – Innenstadt