Grundstein für den Kö-Bogen gelegt
Grundstein für den Kö-Bogen gelegt
FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus: "Ein wichtiger Tag für unsere Stadt und ein stolzer Tag für die Düsseldorfer FDP. Ohne die Liberalen hätte es den Kö-Bogen nicht gegeben."Düsseldorf (RPO). Auf dem Boden der gigantischen Baugrube steckten Star-Architekt Daniel Libeskind und OB Dirk Elbers am Freitagnachmittag Münzen und Zeitungen in den Grundstein des Kö-Bogens. Hunderte Gäste staunten am Rand des tiefen Lochs mitten in der City, aus dem der Büro- und Geschäftskomplex wächst.
Wer durch diese simple Tür im Bauzaun am Jan-Wellem-Platz geht, der bleibt zuerst einmal ungläubig staunend stehen. Denn vor ihm tut sich eine Grube auf, die in ihrer Dimension schier atemberaubend ist. Das Bauloch des Kö-Bogens, nunmehr bis auf den Grund ausgehoben und daher bereit für den Grundstein, den gestern OB Dirk Elbers gemeinsam mit Star-Architekt Daniel Libeskind legten.

Ab jetzt geht’s aus der Grube nach oben, die Bauwerke des Kö-Bogens werden bald erstmals oberhalb der Erde sichtbar sein, im Herbst 2013 will man Düsseldorfs größtes Städtebauprojekt der vergangenen Jahrzehnte eröffnen und damit das Gesicht der City am Nord-Ende der Kö, zwischen Hofgarten und Schauspielhaus, Kaufhof und Parkhotel, Schadow Arkaden und Dreischeibenhaus Hof komplett neu stylen. Mehrere hundert Gäste der Zeremonie bekommen nun erstmals eine Ahnung von der Dimension des Projektes.Der sichtlich stolze OB würdigte die Verlegung des Grundsteins als „großen Tag für Düsseldorf“, und sein oberster Bauexperte, Bau- und Planungsdezernent Gregor Bonin, spricht, fast ehrfürchtig, von einer so noch nie gesehenen Ingenieur-Leistung. Was er damit meint: Dort, wo der Kö-Bogen wächst, wird – sozusagen nebenan und unten drunter – gleichzeitig an der Wehrhahnlinie gebaut, ebenfalls mit Röhren und einem Bahnhof.
Diese Arbeiten aufeinander abzustimmen und sie am Ende zum vereinbarten Termin abzuschließen, daran tüfteln und werkeln Dutzende von Fachleuten. Sollte ihr Werk dereinst einmal abgerissen werden, dann finden Archäologen dieser fernen Zukunft einen Grundstein, der eigentlich keiner ist: Denn Architekt Libeskind schuf einen dreieckigen Edelstahlbehälter mit der Aufschrift „17. Juni 2011“, der künftig in eine Ecke des Gebäudes sichtbar integriert wird. In der Box stecken die wichtigsten Tageszeitungen von heute (also auch eine Rheinische Post), je eine der derzeit gängigen Euro- und Cent-Münzen, ein Satz Pläne des Bauwerks, eine Urkunde mit den Unterschriften von Elbers und Libeskind sowie ein Daten-Stick mit computersimulierten Fotos des fertigen Bauwerks.

Sollte es in dieser Zeit noch die Möglichkeit geben, dieses Ding abzulesen, dann wird man ein Gebilde aus Stahl, Glas und Beton sehen, in dem sich Büros und Läden befinden und das mit seiner Nordfront auf einenPark schaut, den man im Jahr 2011 (und wohl auch noch viele Jahre danach) Hofgarten nannte.
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