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Sommerinterview: Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann

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Dr. Strack-Zimmermann

Sommerinterview:
Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann

Interview mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), 1.  Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Düsseldorf, zum Eurovision Song Contest, Kö-Bogen – und weshalb der Posten der 1. Bürgermeisterin so zeitintensiv ist.


Frau Dr. Strack-Zimmermann, in den vergangenen Monaten war der Eurovision Song Contest das herausragende Ereignis in Düsseldorf. Wie haben Sie den ESC als 1. Bürgermeisterin der Landeshauptstadt erlebt?

Strack-Zimmermann: Ich bin froh und stolz daran mitgewirkt zu haben, dass der Eurovision Song Contest nach Düsseldorf gekommen ist. Der ESC war ein großartiges und herausragendes Event für diese Stadt und es war natürlich klasse, dass ich als Bürgermeisterin so „nah“ dabei sein konnte. Es war spannend, 42 Nationen hier zu Gast zu haben. Düsseldorf hat sich nicht nur wettertechnisch von seiner besten Seite gezeigt. Dies belegen auch Befragungen der Gäste, welche die Stadt als lebendige Metropole und vor allem für ihre Gastfreundschaft, ihre Sauberkeit und Sicherheit gelobt haben.

Welche Nachhaltigkeit wird in Zukunft der ESC haben? Ist es notwendig die "Marke Düsseldorf" in Europa weiter zu entwickeln?

Strack-Zimmermann: Die „Marke Düsseldorf" hat über Nacht Ihren Markenwert in Europa gesteigert. Natürlich ist es nun unsere Aufgabe, die "Marke Düsseldorf" weiter zu entwickeln und zu stärken. Die kürzlich veröffentlichte Studie, welche die Positionierung der Landeshauptstadt Düsseldorf untersuchte, war ein erster Schritt. Das positive Lebensgefühl, welches die Menschen haben, die bereits in der Stadt sind, sollten wir effektiv weiterhin nach außen vermitteln und damit für unsere Stadt werben.

Thema Kö-Bogen: Gemeinsam mit OB Elbers und Stararchitekt Daniel Libeskind haben Sie kürzlich den Grundstein gelegt. Welche Bedeutung hat der Kö-Bogen für Düsseldorf?

Strack-Zimmermann: Nach der Untertunnelung der Rheinuferstraße ist der Kö-Bogen die bedeutendste städtebauliche Planung nach dem zweiten Weltkrieg. Sie korrigiert die Fehler, welche der Situation geschuldet, beim Wiederaufbau nach dem Krieg gemacht wurden. Wir machen aus der autogerechten Stadt der 60er die menschengerechte Stadt im neuen Jahrtausend.
In Zukunft wird die Königsallee wieder in den Hofgarten geführt, der Hofgarten wird erweitert, es werden neue Plätze entstehen und die Oberflächen werden so gestaltet, dass die Menschen sich im Herzen der Stadt wieder aufhalten können, da der Verkehr im Tunnel verschwinden wird.

In der Stadt gibt es einige wenige kritische Stimmen zum Thema Kö-Bogen. Insbesondere zum Thema Tausendfüßler. Was sagen Sie den Kritikern?

Dr. Strack-ZimmermannStrack-Zimmermann: Der Tausendfüßler war als Provisorium angelegt. Die "Haltbarkeit" ist nur für vierzig Jahre gewährleistet, da es sich um ein Spannbetonbauwerk handelt. Die Zeit ist reif das Provisorium verschwinden zu lassen um die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Der Tausendfüßler hatte seine Zeit. Diese Zeit ist nun vorbei, da nicht nur rund acht Millionen Euro in die Hand genommen werden müsste, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, sondern auch, um die Oberfläche mit neu gepflanzten Bäumen, Sitzmöglichkeiten, etc. zu verschönern.

Wie ist der weitere Zeitplan zum Kö-Bogen - wie geht es jetzt weiter und wann soll alles fertig sein?

Strack-Zimmermann: Voraussichtlich im Frühjahr des nächsten Jahres fällt der Tausendfüßler. Zum Weihnachtsgeschäft im Dezember 2013 werden die Libeskind-Bauten eröffnet, im Laufe des Jahre 2014 wird dann auch die U-Bahn fahren. Die Innenstadt wird eine völlig Neue sein, sie wird den Menschen dieser Stadt zurückgegeben und wir als FDP können stolz darauf sein, nicht nur daran mitgearbeitet zu haben, sondern wesentlicher Motor der Entwicklung gewesen zu sein.

Ein eher saisonales Thema ist die ausschweifende sommerliche Nutzung der Rheinwiesen. Welche Position vertritt hier die FDP im Stadtrat?

Strack-Zimmermann: Wir sind der Meinung, dass die Rheinwiesen allen Menschen dieser Stadt gehören und auch von allen genutzt werden dürfen. Insofern begrüßen wir es, wenn Jung und Alt dort ihre Freizeit verbringen. Unrat und Müll ist eine ausgesprochen unerfreuliche Begleiterscheinung. Hier müssen wir einerseits an die Vernunft und Verantwortung der Menschen appellieren, ihren Müll, den sie verursachen, wieder mitzunehmen. Wenn das nicht funktioniert, können wir uns vorstellen, dass der OSD der Stadt Düsseldorf die Rheinwiesen kontrolliert und Müllsünder entsprechend zur Ordnung ruft. Grillzonen, wie es sie in anderen Städten gibt, die mancherorts von privaten Wachservice kontrolliert werden, lehnen wir strikt ab.

Als 1. Bürgermeisterin sind Sie unermüdlich für die Landeshauptstadt Düsseldorf im Einsatz. Ist es 1. Bürgermeisterin zu sein eigentlich noch ein Ehrenamt oder ein Fulltime-Job?

Strack-Zimmermann: Pekuniär ist es ein Ehrenamt. Die Realität ist aber, wenn man es so ausfüllen will, wie ich es als meine Pflicht und Aufgabe der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Düsseldorf gegenüber verstehe, ist es de facto ein Fulltime-Job: Es gibt sehr viele repräsentative Aufgaben, bei denen ich das Vergnügen habe, den Oberbürgermeister vertreten zu dürfen. Zusätzlich hat man als Bürgermeisterin selbstverständlich eigene Termine, vor allem im sozialen Bereich. Darüber hinaus habe ich natürlich einen politischen Auftrag der FDP-Fraktion, den ich in mehreren Ausschüssen wahrnehmen darf. Das hat logischerweise zur Folge, dass ich – mehr oder weniger - rund um die Uhr, Montag bis Sonntag im Einsatz bin. Da die Landeshauptstadt groß ist, reicht ein 12-Std.-Tag selten aus.

Darüber hinaus haben Sie vor kurzem auch noch den Verein "Freundeskreis Wildpark Düsseldorf e.V." mitgegründet und engagieren sich in dessen Vorstand - wofür setzt sich dieser Verein ein?

Strack-Zimmermann: Der Wildpark im Grafenberger Wald erfreut sich seit seiner Gründung 1927 großer Beliebtheit bei Besuchern aller Altersgruppen, vor allen Dingen aber bei Familien. Neben den Aufgaben, die die Stadt zu erledigen hat, bedarf es meiner Meinung nach auch privatem Engagement. Der Wildpark sollte auch in Zukunft verschönert und darüber hinaus erweitert werden. Es ist auch Ziel des Vereins weitere Tiere anzuschaffen, z.B. Dachse, Ottern und Luxe. Für die Umgestaltung des Wildparks sind erhebliche Investitionen erforderlich, daher freuen wir uns über möglichst viele Unterstützer (www.wildpark-duesseldorf.de)

Wie verbringen Sie privat die politische Sommerpause?

Strack-Zimmermann: Wie immer verbringe ich einen Teil der Sommerferien auf einer griechischen Insel.

Vielen Dank. Wir wünschen Ihnen einen erholsamen Urlaub!

Strack-Zimmermann: Danke, kann ich gebrauchen.

Das Interview führte Mirko Rohloff

icon_infoWeitere Informationen zur 1. Bürgermeisterin Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann finden Sie online auf der Webseite der FDP Ratsfraktion.

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