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Kandidateninterview mit Moritz Kracht

| Aktuelles
Im Vorfeld der Kreiswahlversammlung am 12. März sprechen wir mit allen Bewerber:innen zur Landtagswahl 2022. Hier mit Moritz Kracht.

Lieber Moritz Kracht, wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Pandemiebekämpfung und was ist jetzt weiter zu tun?

Moritz Kracht: Für eine Pandemie gibt es kein Drehbuch. Das ist für die gesamte Politik eine besondere Herausforderung. Aber wir könnten heute weiter sein und besser dastehen, wenn es nicht die massiven Probleme bei der frühzeitigen Beschaffung der Impfstoffe gegeben hätte. Die Impfungen sind der Ausweg aus der Pandemie. Bis wir einen ausreichenden Schutz der Bevölkerung aufgebaut haben, müssen wir gerade durch den Einsatz digitaler Lösungen etwa die Kontaktnachverfolgung schneller und einfacher machen. Wir müssen wieder mehr Alltag möglich machen. Der harte Lockdown der letzten Wochen hat schließlich auch große Schäden angerichtet, etwa bei der sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, bei Bildungsbiografien und natürlich wirtschaftlich. All das gilt es bei allen Abwägungen mit einzubeziehen. Und die Bundesregierung muss endlich bei den Wirtschaftshilfen halten, was sie verspricht: schnelle und wirksame Hilfe für geschlossene Unternehmen.

Was sind neben Corona aus Ihrer Sicht die drei größten landespolitischen Herausforderungen in den nächsten fünf Jahren und mit welchen Ideen wollen Sie diese angehen?


Moritz Kracht:
Durch die Pandemie sind die Aufgaben für die Landespolitik ja nicht kleiner geworden – ganz im Gegenteil. Wir werden daran arbeiten müssen, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft zu stärken. Also wieder ein Klima für Investitionen erzeugen, etwa durch die Zusage, dass wir drei Jahre lang bei der Belastung für Unternehmen und Verbrauchern nichts draufsatteln. Wir brauchen sozusagen einen Belastungsdeckel. Die Stabilität der Stromversorgung und des Strompreises werden gerade für unseren großen Industrie- und Chemiestandort eine Schlüsselfrage sein. Und wir müssen beim Landeshaushalt schnellstmöglich zu einer schwarzen Null zurückkehren. Wir werden zweitens beim Strukturwandel durch den Kohleausstieg relevante Weichenstellungen vornehmen müssen. Seit 1990 sind in Nordrhein-Westfalen die CO2-Emmissionen um fast 40% gesunken, zugleich ist unsere Wirtschaft um rund 35% gewachsen. Das beweist: Fortschritte beim Klimaschutz brauchen keine Entbehrungen, sondern vor allem Fortschritt und Innovation. Mit einer massiven Stärkung der Innovationskraft unserer Hochschullandschaft und unserer Wirtschaft werden wir ökologischer Verantwortung gerecht und machen unser Land wirtschaftlich stark. Und es ist immer der Auftrag der Freien Demokraten, Freiheit und Sicherheit in einer richtigen Balance zu halten. Die Anzahl der gemeldeten Straftaten ist rückläufig, die Aufklärungsquote steigt. Wir werden weiter die Anzahl der Ausbildungsplätze bei der Polizei auf höchstem Niveau halten müssen, die technische Ausstattung weiter modernisieren und die Schlagkraft unserer Justiz ausbauen müssen. Wir brauchen einen besseren Vollzug unserer Gesetze statt ausufernder neuer Bürgerrechtseinschränkungen. So machen wir den Staat in seinen Kernaufgaben stark, respektieren aber Freiheit und Selbstbestimmung der Bürgerinnen und Bürger.

Was ist Ihr persönliches Herzensthema? Oder, anders formuliert: Für welches landespolitische Thema brennen Sie?

Moritz Kracht:
Trauen wir den Menschen etwas zu, machen wir sie stark, damit sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen können. Bildung ist der zentrale Treiber, wenn wir jedem Einzelnen die Chance eröffnen wollen, damit er sein Leben frei und selbstbestimmt gestalten kann. Mehr Lehrkräfte ausbilden, Schulen weiter modernisieren und digitale Bildung didaktisch wertvoll aufbereiten sind hier beispielhafte Aufgaben.

Was sollte aus Ihrer Sicht das Land in den nächsten Jahren konkret vor Ort für die Landeshauptstadt Düsseldorf tun?

Moritz Kracht: Die Partnerschaft zwischen Land und Kommunen ist für beide Seiten wichtig. Düsseldorf wird auch in den kommenden Jahren Unterstützung von Bund und Land benötigen, wenn es darum geht, die massiven Steuerausfälle durch Corona auszugleichen. Das kann die Stadt alleine nicht schultern. Auch bei kommenden Großaufgaben wie der Sanierung unserer Rheinbrücken brauchen wir den Schulterschluss mit dem Land. Die anstehenden baulichen Veränderungen bei den Ministerien und die Erweiterung des Landtagsgebäudes sollten städtebaulich für unsere Stadt Mehrwert bringen und zum echten Aushängeschuld werden. Für die Stärkung der Sicherheit in unserer Stadt brauchen wir mehr Polizisten, hier sollte unsere Rolle als Landeshauptstadt mehr berücksichtigt werden. Und wenn wir die Exzellenz unserer Hochschullandschaft bei Forschung und Lehre weiter stärken wollen, gelingt das nur Hand in Hand mit dem Land.

Zu guter Letzt: Wenn Sie gerade mal nicht Politik machen: Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?

Moritz Kracht: Ich erkunde gerne mit meiner Tochter unsere schöne Stadt. Wir finden hier immer wieder tolle neue Flecken. Ansonsten lese ich gerne vor allem Biografien, bin ein leidenschaftlicher Stadion-Gänger bei Bundesligaspielen und treffe mich gerne mit Freunden abends im Restaurant oder auf ein paar Alt in unserer Altstadt.

Moritz Kracht, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.


Das Interview führten Katrin Marie von Helden und Mirko Rohloff icon_info
Über Moritz Kracht


Alter: 40 Jahre
Wohnort: Düsseldorf-Bilk
Familienstand: Vater einer Tochter
Beruf: Stellvertretender Regierungssprecher in der Staatskanzlei des Landes NRW 
Ausbildung/Studium: Magister Artium mit den Fächern Politikwissenschaft, Öffentliches Recht und Soziologie
Mitgliedschaften: Fördermitglied bei „Die Johanniter“, im Netzwerk 80 (dem Zusammenschluss ehemaliger und aktiver Mitglieder der Jungen Liberalen, die auf Bundesebene aktiv sind oder waren), Fördermitglied beim SOS-Kinderkörfer e.V.
Stärke: Geduld mit anderen
Schwäche: Ungeduld mit mir selbst und Pommes

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