Kampfkandidatur um den Parteivorsitz: Die Richtungsentscheidung setzt auf offene Debatte und Neustart

Die Freien Demokraten haben entschieden: Wolfgang Kubicki ist neuer Bundesvorsitzender der FDP. In einer offenen Kampfkandidatur setzte er sich gegen Marie-Agnes Strack-Zimmermann durch und erhielt damit einen klaren Auftrag der Delegierten.
Dass es überhaupt zu einer Kampfkandidatur kam, zeigt, wie ernst die Partei die Frage nach ihrem künftigen Kurs nimmt. Nach dem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag stand mehr zur Debatte als eine Personalentscheidung. Es ging um die Frage, mit welchem Profil und welcher politischen Strategie die FDP ihr Comeback schaffen will.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat diese Debatte mit ihrer Kandidatur gesucht und wichtige Impulse gesetzt. Die Delegierten haben sich jedoch mehrheitlich für den Kurs entschieden, den Wolfgang Kubicki verkörpert. Dieses in einer freien und offenen Wahl zustande gekommene Votum wird jetzt der Startpunkt für echte Veränderungen und damit für das Comeback unserer Partei sein.
Nun beginnt die eigentliche Arbeit. Die Aufgabe der neuen Parteiführung besteht nicht darin, das Ergebnis nachträglich zu relativieren oder jede Richtungsentscheidung mit allen Positionen gleichermaßen zu versöhnen. Wer eine Wahl gewinnt, erhält den Auftrag, seine Vorstellungen umzusetzen. Die Delegierten haben gesprochen, und sie haben dies mit einer klaren Mehrheit getan.
Für die FDP bedeutet das die Chance auf einen echten Neustart. Die Partei kann wieder stärker jene Themen besetzen, die den Liberalismus seit jeher ausmachen: Freiheit statt Bevormundung, Eigenverantwortung statt Bürokratie, wirtschaftliche Vernunft statt staatlicher Detailsteuerung und eine kompromisslose Verteidigung von Rechtsstaat und Meinungsfreiheit.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob es gelingt, aus dieser Richtungsentscheidung neue politische Kraft zu entwickeln. Die Voraussetzungen dafür sind vorhanden. Die FDP hat nicht nur einen neuen Vorsitzenden gewählt. Sie hat deutlich gemacht, dass sie bereit ist, ihren Weg selbstbewusst zu bestimmen.
Demokratie lebt vom Wettbewerb der Ideen. Aber sie lebt ebenso davon, dass Mehrheiten Entscheidungen treffen. Der Parteitag hat entschieden. Jetzt ist die Zeit gekommen, diesen Auftrag entschlossen und konsequent umzusetzen.