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Rückkehr zum Leistungsprinzip! – Anhebung der Abiturstandards und Aufwertung des höchsten deutschen Schulabschlusses

(20.05.2026, Antragsteller: Oliver Zengoski, Dr. Carina Weinmann, Stephan Meyer, Matthias Lambert, Machteld Fölster, Barbara Pietrus, Dr. Marek Jenöffy, Dr. Christoph Schork (AK Bildung, Schule, Forschung und Wissenschaft))

Der Kreisparteitag möge folgenden Antrag beschließen und dem kommenden Landesparteitag als Beschlussvorlage vorlegen:

 Die FDP-Landtagsfraktion möge sich dafür einsetzen bzw. die Landesregierung
 auffordern, die Abiturstandards ab dem Schuljahr 2026/27 deutlich anzuheben und damit
 den höchsten deutschen Schulabschluss aufzuwerten, um die Studierfähigkeit der
 Abiturientinnen und Abiturienten und die allgemeine Qualität von Lehre, Forschung und
 später in der Arbeitswelt zu erhöhen.

 Der längere Verbleib an der weiterführenden Schule durch die Rückkehr zu G9
 rechtfertigt eine Stärkung des Leistungsprinzips.

 Begründung:

 Einer Statistik der Kultusministerkonferenz zufolge bestanden im Schuljahr 2022/23
 3,2% aller Abiturientinnen und Abiturienten die Prüfung mit der Bestnote 1,0. Das
 sind 68% mehr als vor der Pandemie. Fast 30% schlossen mit einer 1 vor dem Komma ab,
 was ebenfalls eine deutliche Zunahme darstellt. Zurecht kritisiert der
 Philologenverband, dass das Abitur zunehmend seine Aussagekraft verliere, wenn sich
 die meisten Zeugnisse im Einser- und Zweierbereich bewegen.[1]  Die Inflation der
 guten Noten ist keineswegs auf eine Leistungssteigerung der Abiturientinnen und
 Abiturienten zurückzuführen. An den Universitäten und Fachhochschulen wird zunehmend
 über die fehlende Studierfähigkeit der Abiturientinnen und Abiturienten geklagt.[2] 

 Die Rückkehr zu G9 bietet ab dem Schuljahr 2026/27 die Möglichkeit, eine Anhebung der
 Standards zu rechtfertigen und die Wissenschaftspropädeutik wieder stärker in den
 Fokus zu rücken. Die längere Verweildauer der Schülerinnen und Schüler an den
 Gymnasien und Gesamtschulen ermöglicht eine intensivere Auseinandersetzung mit dem
 Lehrstoff und die Förderung der maßgeblichen Kompetenzen. 

 Die Aufwertung des höchsten deutschen Schulabschlusses und die Stärkung des
 Leistungsprinzips könnte auch einen Folgeeffekt auf die Mittlere Reife haben, indem
 sich wieder mehr Schülerinnen und Schüler für eine Schullaufbahn mit Bezug zu
 beruflicher Praxis entscheiden. Die Erfahrung vieler Lehrerinnen und Lehrer der
 Sekundarstufe II zeigt, dass aktuell immer mehr Abiturientinnen und Abiturienten nach
 dem Abschluss eine berufliche Ausbildung beginnen und sich gegen ein Studium
 entscheiden. Diese dringend benötigten Fachkräfte werden dem Arbeitsmarkt drei Jahre
 vorenthalten, was eine deutliche Fehlentwicklung darstellt.

 [1] https://www1.wdr.de/nachrichten/abitur-einser-noten-100.html#:~:text=Einer%20Statistik%20der%20Kultusministerkonferenz%20zufolge,ab%2C%20
 ebenfalls%20eine%20deutliche%20Zunahme

 [2] https://www.forschung-und-lehre.de/lehre/da-laeuft-etwas-ganz-schief-894


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